Nein, Mami, DAS esse ich nicht!!

suppenkasper

In meinem Regal steht ein Kinderkochbuch. Tolle Rezepte gibt es da. Sandwichs mit Panika und Kurken, tolle Torillas. Alles für die Katz. Mein Kind ist nichts davon.Schon der erste Brei war bei Valentina ein Drama. Karotte: NEIN! Brokkoli: IGITT! Zucchini: NEIN! Pastinake, manchmal. Aber auf keinen Fall frisch gekocht, nur aus dem Gläschen. Wie bei einem Frosch kam zur Fütterungszeit ihre kleine Zunge hervorgeschossen, dippte den Babybrei auf dem Mini-Löffel kurz an und verschloss danach angewidert ihren Mund.

Seit diesen frühen Tagen gilt bei ihr: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht…Valentina isst am liebsten trockenen Reis, Nudeln mit Butter oder Kartoffeln. Selten Fleisch, selten Gemüse, keine Saucen, nur Obst findet sie gut. Natürlich reicht das nicht und so bin ich in Dauer-Sorge, ob aus diesem Kind mal etwas (grösseres) werden kann.

Dass sie nicht richtig frühstückt, toleriere ich gerade noch. Erstens sagt mein Kinderarzt sei das bis zu einem gewissen Alter normal und zweitens kann ich sie nicht schimpfen für etwas, was ich bis heute nicht kann. Bis 10 Uhr bekomme ich keinen Bissen runter. Während also Papa keine zwei Sekunden nach dem Aufstehen schon einige Marmeladen oder Nutellabrote vertilgt hat, nuckelt Valentina stundenlang an ihrem Apfelsaft und ich an meinem Tee.

Kaum gehen wir beide mit dem Kinderwagen raus, um einzukaufen, meldet sich der Magen meiner Tochter: Mama Brezel??? Mama Croissant?? Natürlich kaufe ich ihr etwas, schliesslich will ich ja nicht, dass sie verhungert. Pädagogisch wertvoll ist das nicht. Und Vitamine? Null!

Mittags dasselbe Theater. Da isst sie zwar im Gegensatz zu morgens mehr – aber die Ration meiner Tochter würde auch einer Maus reichen. Manchmal mache ich ihr ein Baby Gläschen. Die mag sie und obwohl sie schon über 1 JAHR alt ist reicht ihr das. Immerhin, nachmittags beißt sie manchmal von einer Banane ab, ein Stück Apfel darf es auch mal sein..Das war es.

Müsste sie so nicht unter absoluter Trägheit leiden? Reicht dieses bisschen für genug Energie einen ganzen Tag zu bewältigen? Die Antwort folgt stets abends.

Kaum stehe ich am Herd, um für meinen Mann und mich zu kochen, wird Valentina wach. „Hmmm, Mina auch Fleisch“ höre ich vom Kinderstuhl. Schwupp verschwindet ein Riesen Stück in ihrem Mund. Mein Mann und ich gucken uns verwundert an, während unser Steak in Valentina verschwindet. Da ich nicht täglich Steaks servieren kann, bin ich inzwischen dazu über gegangen Valentina einfach zu ignorieren und für meinen Mann und mich zu kochen. Und kaum essen wir es, will meine Tochter auch – zumindest Fischstäbchen, Hühnersuppe oder Spagetti. Gemüse lässt sie weiter liegen, aber vielleicht kommt das ja noch…Hoffentlich!

 

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