Mutter + Mutter = Krieg?

Noch nie hatte ich so viele neue Freundinnen wie nach der Geburt meiner Kinder.

Und selbst in härtesten Job und Karriere-Zeiten hatte ich sicher auch noch nie so viel Feinde…
Mütter sind die gemeinsten, hinterlistigsten, kritischsten Wesen, die auf Spielplätzen und Kindergärten zu finden sind.

Neulich kam ich in eine Buchhandlung und ertappte 2 Spielplatz-Mamis dabei wie sie eine meiner engsten Freundinnen in der Luft zerrissen: Sie sei dumm, stünde unter dem Pantoffel ihres Mannes und der Sohn sei unfassbar schlecht erzogen. Ich war geschockt vor so viel Frechheit. Die gleichen Frauen waren sonst zu besagter Frau so pardon scheiss-freundlich, dass ich immer gedacht hatte, es wäen enge Freundinnen.

Ich bin für Frauen wie die beiden allerdings auch ein gutes Lästerobjekt. Statt nämlich einfach mal den Mund zu halten, tausche ich mich gerne auf dem Spielplatz oder im Kindergarten über unser Leben aus.

Mein Lieblingsthema ist meine Tochter Victoria (2 Jahre). Normalerweise müssten ja eigentlich alle einschlafen vor Langweile, wenn ich wieder einmal damit anfange, dass sie nicht schläft, und ich darunter leide. Doch der Kreis der Mütter stürzt sich auf dieses Thema wie Hyänen auf ihre Beute:
„Warst du schon beim Homöopathen?“ Oder: „Geh doch mal zur Bioresonanz-Therapie oder mach selber eine Therapie. Sicherlich hat sie etwas Traumatisches erlebt, denk doch mal nach, du wolltest sie doch gar nicht so richtig am Anfang der Schwangerschaft, oder…?“
Irgendwann schalte ich ab und versuche, das Thema runterzuspielen, aber ZU SPÄT!!! Unterschätze nie den Kampfgeist von MAMIS! Knapp eine Woche später spricht mich eine (echte) Freundin an, ob mit mir alles okay sei…Sie hätte gehört, ich stünde kurz vorm Burnout, zumindest würde MAN sich das erzählen. zu diesem Zeitpunkt ist es schon zu spät das Rad noch zurückzudrehen. Die Mütter-Mafia hat wieder zugeschlagen.

Und die ganze Geschichte fängt ja schon an, wenn unsere Kleinen noch gar nicht auf der Welt sind…
„Wie viel hast DU zugenommen? 15 Kilo? ich nur 7… “
Wenige Monate später, die Kinder sind auf der Welt: „Also meiner läuft schon mit 7 Monaten und deine kann sich noch nicht drehen??? Hmm, schon beim Kinderarzt gewesen? Vielleicht hat sie ja doch Probleme…“
Danach ist es die Sprache, das nicht hundertprozentige Bio-essen und schließlich meistens der Job…
„Waaas? Du arbeitest wieder? Dabei bildet sich doch in den ersten Jahren das Urvertrauen der Kinder aus…!!!“ ODER wahlweise: „Waaas du arbeitest NOCH NICHT wieder? Hast du keine Angst bald ganz raus zu sein und nie wieder irgendwo unterzukommen?“

Meine Schwester, die recht gute Antennen für das Zwischenmenschliche hat, weigert sich inzwischen, mich auf den Spielplatz zu begleiten. Sie sagt, dort ginge es schlimmer zu, als auf einer Job-Konferenz. Du wirst taxiert, zerhackt und kaum näherst du dich der Mami-Meute, sind alle so – überfreundlich, das einem schlecht wird.
Die einzigen, die davon nichts merken, sind die Kinder.
Valentina spielt auch mit den Kindern der „blöden Mamis“ . Ich ertrage das zähneknirschend und lächle genauso.

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