Attention les poux oder Igitt Läusealarm…

Also bevor es jetzt oder gleich zu irgendwelchen deutsch-französischen Ressentiments kommt: Nein, natürlich hat diese Läusegeschichte nichts mit meinem Leben unter Franzosen zu tun. Aber man darf sich ja wohl mal Luft machen, oder? 3 Jahre lang hat es uns nicht getroffen. Ironisch belächelten wir entsprechende Schilder an den Türen von Kindergarten und Lycee und gaben uns konziliant gegenüber den armen, geschwächten Familien, die ES schon hatten. “ Nein, natürlich kommt Valentina wieder zu Euch zum Spielen, Nein. Läuse machen uns wirklich gar keine Angst 😉

Ja so war es einmal. Bis zu dem Tag, an dem alles anders wurde. Es war ein paar Tage vor Valentinas Einschulung, da bemerkte ich wie sehr sich mein armes Kind am Kopf kratzte. Da Läuse selbstverständlich auszuschliessen waren, weil wir ja – wie schon erwähnt – eine dieser begnadeten läusefreien Familien waren, tippte ich auf ein psychologisches Problem.

MEIN KIND HATTE ANGST VOR DER EINSCHULUNG.

Als es immer schlimmer wurde, gingen wir zum Kinderarzt. Ich war mir sicher, dass er mir Mut machen wurde nach dem Motto – „alles wird gut, wenn sie erst mal in der Schule ist und Schulangst das kennen doch alle“.. Doch leider war sein einziger Kommentar: “ Ihr Kind hat Läuse.

Ich brauche wohl nicht mehr darauf hinzuweisen, dass in diesem Moment eine Art Zeitenwende eintrat. Die Zeit VOR den Läusen und die Zeit DANACH. Danach, dass hiess das übliche Programm – wahrscheinlich ein bisschen hysterischer als bei anderen. Am liebsten hätte ich das Haus abgefackelt, aber stattdessen wusch ich bis weit nach Mitternacht Wäsche, steckte arme Glubschis in Eistruhen und schmiss Haarbürsten hinterher. Per „whats app“ kamen stündlich Tipps, wie „vergiss die Kindersitze nicht“ und „ach natürlich das Sofa“ und „warte dann natürlich auch noch die Mützen, Fahrradhelme“…immer wenn ich dachte, ich hätte es geschafft, kam noch etwas.

Als 2 Tage später Minas Einschulung stattfand war ich ein Wrack aber Valentina und Victoria läusefrei.

Natürlich wusste ich, dass man 8 Tage später noch einmal nachshampoonieren sollte, aber für mich – die ich mich so langsam wieder erholte – war das eine Art – lächerliche Aktion, denn es war ja klar, dass da nichts mehr war. Leider hatte ich mich wieder getäuscht. Beim 2. Mal landeten nicht mehr alle Sachen in der Maschine und auch unsere Eistruhe hatte noch Restplätze frei. Erschöpft war ich dennoch. Und als wir 8 Tage nach dem 2. Mal wirklich nissenfrei waren, befand ich alte Optimistin, dass das alles doch eine super Erfahrung war, die man nun nicht mehr wiederholen müsste, die aber wertvoll und gut war.

Tja so war das..bis ich heute meine Töchter vom Spielen abholte und eine gute Freundin sagte, Duhuuuu, der Kopf deiner Töchter ist voller Eier.

Ahh…. Ok… Inzwischen geht es auf Mitternacht zu und der 2. Aperol Spritz steht vor mir und meinen klebrigen Haaren (selbstverständlich untersuche ich mich immer mit). Unten höre ich das beruhigende Geräusch der 3. Waschmaschine und meine Töchter spielen immer noch mit ihren Glubschis „Läuse haben“…

Ich akzeptiere, dass es das wohl noch nicht war. Aber ab jetzt bin ich wachsam. ATTENTION LES POUX!!!!!!Ab Montag wieder an der Schule…Gut, dass bald Ferien sind.

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