Zahnlückenpubertät – in unserem Haus zickt es

zahnluecken„Wenn die Zähne wackeln, wackelt die Seele. „Gehört hatte ich diesen Spruch ja schon mal, aber was er bedeutet war mir nicht klar und wenn es mir klargewesen wäre, dann hätte ich Valentina wahrscheinlich die Zähne mit Sekundenkleber festgeklebt.

Spass beiseite, bei uns geht es zu wie im Teenagerland. Türen knallen. Valentinas Gesichtsausdruck schwankt zwischen mürrisch und sehr mürrisch. Vor der Tür meiner sonst so ausgeglichenen 7 jährigen Tochter prangt ein Schild: PRIVAT!

Frage ich mein Kind (denn das ist sie doch noch, oder?) was mit ihr los ist, antwortet sie mir gerne mit folgendem Satz: Ich bin sehr, sehr übel gelaunt und das eigentlich IMMER. Auf die berechtigte Frage meinerseits, warum sie das an mir auslasse, kam die Antwort: bei der Lehrerin darf ich nicht, mache ich es mit meinen Freundinnen mögen sie mich nicht mehr, also bist du die Einzige zu der ich richtig unfreundlich sein kann.
PUH. Schon in schlimmsten Babyzeiten half mir Google oder mein Kinderarzt. Leider verweisen die mich dieses mal auch nicht auf etwas wirklich konkretes. Die Mischung aus allem lehrt mich folgendes:
Erstens: man erfindet solche Begriffe für Eltern, die bei ihren Kindern nicht mehr durchblicken (Midlife Krisis ist ja auch ein Begriff für Ehepartner die bei Ihrem gegenüber nicht mehr durchblicken).
Zweitens: es gibt tatsächlich eine grosse Veränderung bei den Kindern in dieser Zeit. Meine kleine Tochter hat so sehr an ihren Zähnen gewackelt und gezogen, bis sie tatsächlich gewackelt haben, weil ein verlorener Zahn in Schule und Kindergarten für REIFE steht. Und während wir Erwachsenen immer jünger werden wollen, wollen die Kleinen eben möglichst schnell gross werden.

Drittens. Der Schulanfang verändert noch mehr. Freundinnen von mir berichteten, dass ihre Kinder sich am Anfang noch nicht mal auf den Schulhof trauten, weil alles auf einmal so gross erscheint. So viele Möglichkeiten und die kleine Welt des Kindergartens ist urplötzlich beendet. Sie schwanken zwischen „schnell auf Mamis Schoss“ und „nein, ich bin gross, ich kann ALLES JETZT und SOFORT!“

Mein Hausarzt gab mir heute noch einen weiteren wichtigen Tip. Bevor sie zum Ostheopathen, Homöopathen oder sonst wohin gehen, legen sie sich mit ihren Kind auf das Sofa und streicheln ihr ganz sanft den Bauch und den Rücken. Manchmal wirkt eine zarte Berührung mehr Wunder gegen aggressive Frühpubertierende als Gespräche oder Erziehungsmassnahmen. Heute Abend probiere ich es aus.

1 Kommentar

  1. Hallo Caroline,
    Ich bin so froh, deine Geschichte hier gelesen zu haben – neben unzaehligen anderen in der Hoffnung meine Tochter wieder besser verstehen zu können.
    Tja, es ist wohl wirklich was dran an dieser Zahnlückenpubertät. Eigentlich bin ich ganz froh, denn ich zweifelte immer daran, dass es sich wohl um eine leichte Form von ADHS handeln könnte. So ganz passten die Symptome aber dann doch nicht.

    Eigentlich ist man an Mutter viel zu sensibel und denkt gleich immer an irgendwelche Krankheitsbilder nur weil man sich nix anderes erklären kann, und so einfach Dinge wie massive Entwicklungsschritte dieser Tage nicht mehr kommuniziert werden – was aber so viel natürlicher und entkrampfter wäre.
    Egal: Feiern wir die erst Bestandsprobe bevor es mit 12 dann so richtig los geht …

    LG Brigitte

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