Ich hatte einen Traum…..

 

calma_baby_key_detail…es war der Traum ein Baby zu bekommen und das zu machen, was ICH wollte. Friedliches Stillen, ab und zu mal ein Fläschchen, SELBSTBESTIMMUNG pur. Bis heute bin ich empört darüber mit wie viel Druck Müttern schon in der Klinik vermittelt wird, dass es nichts gibt ausser der Brust. Valentina beispielsweise wurde 2 Wochen früher geholt. Von Anfang an wollte sie nicht gestillt werden. Zeitweise knieten drei Krankenschwester oder Hebammen über mir, zerquetschten meine Brustwarze zu schmalen Würsten („so kann der Babymund sie besser nehmen)..Ich schrie, das Kind schrie, wir beide weinten, die Stimmung war auf dem Nullpunkt. Ich weiss nicht wie ich es sagen soll, aber ich war wirklich überzeugt mein Kind müsste verhungern. Jeden Tag kam ein Arzt, um mit ernstem Gesichtsausdruck festzustellen, dass Baby V. schon wieder abgenommen hätte und das sehr bedenklich sei. Ausschliesslich mit Zuckerwasser durften wir sie füttern und während mein Mann Löffel um Löffel an Valentina verfütterte, mühte ich mich weiterhin irgendwie meine Brust in ihren Mund zu bekommen. Irgendwann kam nachts eine Krankenschwester zu mir und fragte mich warum ich eigentlich nicht zufütterte. Im Kühlschrank hätten sie jede Menge Babymilch. Ich guckte sie an und fragte mich, warum ich auf das Einfachste aller Dinge eigentlich nicht selbst gekommen war. Trotzdem war mir heiss und kalt vor Angst. Lange genug hatten mich Hebammen und Babyratgeber darüber aufgeklärt, wie schlecht das sei. Zu wenig Nähe zwischen Mutter und Kind, wichtige Allergene, die das Kind nicht erreichen, Stillkreislauf unterbrochen. bla bla bla…Um es kurz zu machen, Valentina bekam ihr Fläschchen und hatte Hunger wie ein Löwenkind. Sie nahm zu und irgendwann trank sie auch endlich an meiner Brust. Meine vermeintliche Kindbett-Depression entpuppte sich als Still-frustration und ich nahm mir vor DIES nie wieder zu wiederholen. Das Schlimmste für mich aber war, dass ich NACH dem Druck der Hebammen auch noch DRUCK von seinen meiner Co-Mamis bekam. So viel Anfeindung habe ich selten erlebt. Es war als ob alle Mütter zusammen die EINE Bibel zum Thema Stillen gelesen hätten und ich nun für immer exkommuniziert würde. Als Victoria 18 Monate zur Welt kam, klappte das Stillen übrigens sofort. (so unfähig war ich also gar nicht) Nachdem ich mir eigentlich vorgenommen hatte, mich nie wieder auf diesen Ärger einzulassen verweigerte Vic 8 Monate JEDE Flasche. Was ich daraus gelernt habe und gerne weitergeben würde? Erstens: DU entscheidest, was für dich und Baby gut ist. Zweitens: Auch ein Baby weiss, was es will. Valentina beispielweise hat nie wirklich gerne an meiner Brust getrunken, sie liebte bis ins hohe Alter von 4 Jahren ihr Fläschchen. Victoria dagegen war überzeugtes Stillkind. Keines meiner Kinder ist gesünder, besser oder anders als das andere. Warum wir in Deutschland so einen Stilldruck über uns ergehen lassen, ist mir rätselhaft. Keiner weiss warum und keiner kapiert warum es mehrere hundert Kilometer südlich oder westlich teilweise genau anders ist. In Frankreich, Italien oder Spanien wurde den Müttern bis vor ein paar Jahren beinahe ABGERATEN zu stillen. Auch das ist natürlich völliger Quatsch und unterm Strich bleibt nur die Frage, warum überlässt man es einer Mutter nicht einfach selbst dies zu entscheiden.

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