Ein 6. Geburtstag in Steno (für mehr bin ich zu müde)

27. Juli 5 Uhr Morgens: Ich liege im Gästebett neben meiner Tochter, weil ich bereits weiss, wie aufgeregt sie immer vor Geburtstagen ist. Das Ziel: wie vermeide ich, dass die ganze Familie um 5 Uhr aufstehen muss, um Geburtstag zu feiern..

5 Uhr 15: “ Mama, habe ich jetzt Geburtstag?“ Ich tue so als ob Geburtstage erst gegen 8 Uhr beginnen und murmele „Nein“…

6 Uhr: „Mama…und jetzt?“ – „NEEEEEEIIINNNN!!!! (bin ich sehr egoistisch?)“

7 Uhr 30: “ Aber Mama so langsam muss doch mein Geburtstag sein…“ —“ Ja! (ich: strahlendes Lächeln, tue so als ob es nun wirklich gerade jetzt der ideale Zeitpunkt sei ihren Geburtstag zu beginnen…)

7 Uhr 32: Ich treffe meinen Göttergatten in der Küche beim Zeitungslesen. Wir machen uns an das von Victoria gewünschte Frühstück MIT TABLETT im Bett.

Victoria frühstückt erstmals im Bett

Victoria frühstückt erstmals im Bett

7 Uhr 35: 4 Menschen sitzen am und im Bett und singen Happy Birthday (naja 3 singen, eine grinst)

7 Uhr 37: Victoria beschliesst, dass das in Bullerbü ganz toll ist , aber in der Realität kann sie mit Frühstück im Bett nichts anfangen. Der Kakao ist kalt, die Nutella Brote bleiben verschmäht. Zeit das erste Geschenk auszupacken..

7 Uhr 40 bis 7 Uhr 50: Die Kerzen brennen, werden ausgepustet, wir singen wieder, der Kuchen wird gelobt, die ersten und letzten Geschenke aufgerissen. Zeitraffer. Die Katze miaut, will essen, wir wollen Café, Kind will im Wohnzimmer Fahrrad fahren und gleichzeitig Handstand im neuen Gymnastikanzug machen.

8 Uhr 30: Papa beschliesst dass Victoria heute Ohrringe gestochen bekommen darf und fährt los. Mutter räumt Schlachtfeld auf und freut sich insgeheim über einige ruhige Minuten.

11 Uhr Papa ist zurück und Kind strahlt vor Stolz. Vater berichtet Kind dürfte jetzt erst einmal nicht schwimmen gehen. Aha! Gut dass wir Samstag in den Urlaub fahren und dort eigentlich nichts anderes als schwimmen wollen.

Gott war sie stolz auf ihre ersten Ohrringe

Gott war sie stolz auf ihre ersten Ohrringe

12 Uhr: Kinder haben Hunger, weil ihnen mein Geburtstagskuchen nicht geschmeckt hat. Wir pilgern zu Blockhaus. Unter Happy Birthday vom Band und Wunderkerzen erwischt mich ein ungeheures Müdigkeitstief. Um nicht mit dem Kopf vornüber auf dem Tisch aufzuschlagen, erkläre ich den dreien ich müsste dringend zu Edeka nebenan, noch Sahne besorgen.

14 Uhr: Immer noch müde. Die Spülmaschine voll, die Sahne noch nicht geschlagen, das Kind noch in Jogginghose.

14 Uhr 45. Tante Steffi trifft ein mit – eben noch Baby Hund – Lucy. Wir werden aufgeklärt, dass Baby Hund Lucy sich deswegen so schlecht benimmt, weil er jetzt in die Pubertät kommt und bald seine Periode bekommt und blutet. Die Kinder fragen: Periode? Blutet? Der Gatte erbleicht und bringt Tante brutal zum Schweigen.

15 Uhr : Rosa (nicht mehr Baby, nicht mehr pubertierend, aber auch schwarzer Labrador) trifft ein und zieht weite, aufgeregte Kreise mit der Schuhsohle meiner Tochter im Maul.

15 Uhr 30: weitere Geschenke werden ausgepackt. Victoria freut sich besonders über ein Pupskissen, was sie dringend ihrem gerade von der Rücken-Reha eintreffenden müden Opa unters Gesäss schieben muss.

16 Uhr. Oma, Mutter, Kinder bauen das sehnlichst gewünschte Playmobil Schwimmbad auf. Es dauert gefühlt zu lange, hält allerdings auch fit.

18 Uhr 30: Alle sind weg. Victoria beschwert sich, dass Erwachsene zu viel reden und wo eigentlich ihr heiss ersehntes Frozen Kostüm gewesen ist.

18 Uhr 35: Ein Zahn fliegt raus. Erschöpfte Mutter rettet sich zum Ehemann ins Dach und fragt ihn um Rat, ob die Zahnfee nicht mal wegbleiben kann, wenn es schon den ganzen Tag Geschenke gegeben hat. Ehemann sagt, leg Geld hin (macht man so in Frankreich in diesem Fall ist das die Zahnmaus). Victoria strahlt vor Glück als sie das Geld findet und will nicht ins Bett. Erst noch ein Dankesbrief an die Maus.

alles hat seine Richtigkeit. Danke an die Maus

alles hat seine Richtigkeit. Danke an die Maus

20 Uhr 30. Alle liegen im Bett. Ich bin sooooooo müde, also ungefähr so wie vor 6 Jahren als meine kleine Maus zur Welt kam. Passt doch, denke ich und schlafe ein. Victoria auch. Allerdings im neuen Poncho. Den wollte sie nicht mehr ausziehen…

ab ins Bett im neuen Gymnastikanzug und von Tante Steffi gestricktem Poncho

ab ins Bett im neuen Gymnastikanzug und von Tante Steffi gestricktem Poncho

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