Es regnet und regnet und regnet…aber was soll’s? Meine Kinder schliessen auch im Regen Bekanntschaften

Ich wage es eigentlich nicht zu schreiben, aber es ist 17 Uhr, vor mir steht eine Tasse dampfender Tee und ich höre Chopin (darf ich sonst nie..meine Kinder lieben Taylor Swift). Gerade eben erst habe ich einen Stapel Bücher vorsortiert, die ich als nächstes lesen möchte und ich fühle mich…als ob ich Ferien hätte.

Eigentlich haben meine Kinder Ferien und das scheint ihnen gut zu bekommen, denn auf einmal sprechen sie aus purer Langeweile andere Kinder auf dem Spielplatz an. Kommen wir nach Hause geht das dann in etwa so: „Du Mami, also das Mädchen hiess Mathilda und es wohnt Meistrasse.30 2. Stock. „…“Ahhhh, wisst ihr denn auch wie es mit Nachnamen heisst?“ „NEIN!““ Aber ihre Freundin die hiess Emma Schmidt“- „Und wo wohnt sie?“ „Hab ich vergessen“.  — Aber sie lernen schnell dazu. Samstag Abend beispielsweise stand auf einmal ein fremdes Mädchen in unserer Küche. Sie kam zur Terrassentür herein und stellte sich als Lucie vor. Valentina sagte, dass sei ihre neueste Freundin und sie wohne in der XYZ Strasse. Ich stellte meine Mutterohren weich auf Durchzug, lächelte freundlich und vergass Lucie…- bis ich am nächsten Morgen verschlafen, im Nachthemd besagter Lucie die Haustür öffnete und sie mich fragte, warum Valentina nicht zum verabredeten Zeitpunkt an der Bäckerei gewesen sei. Valentina schoss wie der Blitz vom Sofa hoch, riss sich ihr Nachthemd  herunter und rannte mit Lucie zum Bäcker..Als sie wiederkam brachte sie das Mädchen direkt wieder mit und mein Mann und ich fingen uns besorgt an zu fragen, on L. möglicherweise kein Zuhause hätte. Doch Lucie erklärte uns, sie und ihr Vater seien Frühaufsteher, ihre Mutter dagegen nicht und daher könne sie morgens machen was sie wolle. Valentina lud sie freundlicherweise direkt zum Spielen ein und so hatten wir noch nicht einmal gefrühstückt, da hatten wir schon ein Familienmitglied mehr. Wenig später hinterliess Lucie ihre Kontaktdaten und am Nachmittag fragte ich mich schon, ob das alles nur Einbildung gewesen sei. Doch was ein unabhängiges Kind ist, gibt nicht auf. Heute Mittag stand Lucie wieder in der Einfahrt: „Wo denn meine Töchter seien“. Ich sagte, sie seien in der Ferienbetreuung. Daraufhin sah sie erstmals richtig traurig aus. (was ich nur schwer aushalten konnte). Also fuhr ich zur Ferienbetreuung, holte meine Kinder ab und beschloss herauszufinden, ob sich unter Lucies hinterlassener Adresse eine „echte“ Familie verbarg. Und was glauben sie? Alles war völlig N-O-R-M-A-L..

Mutter, Vater, Schwester..es gab sie. Lucie war kein Phantom. Sie war echt, 8 Jahre alt und meine Kinder blieben zum Spielen. Ich dagegen ging ums Eck nach Hause und machte mir einen Tee. So also läuft das, wenn Kinder eigenständig sind, dachte ich. Und war sehr, sehr zufrieden.

 

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