Ferien – was nun? Wie man 8 Wochen füllt und trotzdem weiterlebt

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Wie war das damals eigentlich mit meiner berufstätigen Mutter? Hat sie sich jedes Jahr im Sommer 6 Wochen freigenommen oder wo waren wir? Ich erinnere mich nicht. Nur so viel weiss ich: Wir hatten keine Tanten, Omas, Babysitter, die mal eben einspringen konnten.

Seitdem die Kinder an einer französischen Schule sind gehe ich die Sommerferien generalstabsmässig an. Ab April sammele ich Ideen, suche Sommercamps, die sinnvoll und bezahlbar sind, frage andere Mamis, wie sie es machen. Wir haben 8 Wochen zu füllen. Von Anfang Juli bis Anfang September haben meine Kinder Ferien. Natürlich gönne ich ihnen ihr Glück, aber ginge es nach meinen Kindern hiesse das: Jeden Tag spät aufstehen, Kika gucken, Pyjama nicht vor 14 Uhr ausziehen. Zähne putzen reicht auch noch nach dem Mittagessen. Termine und Pflichten sind etwas für Verlierer.

Der Verlierer bin ich. Zwar geniesse ich unser Lotterleben an 2 von 7 Tagen, aber an den restlichen Tagen brennt meine Handyliste und verschafft mir das schlechteste Gewissen meines Lebens. Ich muss zum Arzt, einkaufen, die Kammer renovieren, den Keller endlich von den letzten Umzugskisten befreien. Die Katze muss dringend sterilisiert werden, bevor wir die ersten Babys haben. Der Wagen muss in die Inspektion. Ach und meine Blogs, die kann ich so wie es aussieht auf September verschieben.

In Frankreich ist die Sache ganz einfach gelöst. Erst kommen die Kinder wochenlang zu den Grosseltern (man fragt sich wieso das eigentlich immer klappt, egal wie alt oder müde diese sind). Dann gehts ins Sommercamp und schließlich bleiben noch 2 Wochen mit den Eltern übrig

Als übervorsichtige, perfektionistische deutsche Mama ist das undenkbar. Mehrere Wochen Grosseltern kann ich weder der Münchner noch der Hamburger Familie zumuten. Sommercamp, dafür sind die Kinder zu klein (finde ich).

Also werden wir uns so durchwurschteln. Eine Woche Mallorca haben die Kinder schon in vollen Zügen mit Oma und Opa genossen. Irgendwann Ende Juli gehen sie tagsüber in ein Tenniscamp und zwischendurch auch mal den einen oder anderen Tag in die Ferienbetreuung der Schule. Ausserdem hängen am Kühlschrank jetzt Ferienregeln: Regel Nummer 1: Mami ist NICHT der Feriensklave, der Kindern Getränke und Snacks im Baumhaus serviert, Regel Nummer 2: sie ziehen sich ohne Aufforderung an, machen die Katzenklos sauber und dreckige Wäsche wird nicht einfach mitten auf der Treppe fallengelassen , sondern IN den Wäschekorb gelegt (DAS macht MICH wahnsinnig!!!!)

Im Gegenzug habe ich versprochen  nicht jeden Tag irgendwelche Dinge zu erledigen, sondern alles ein bisschen zu bündeln. 1 Tag ist Erledigungstag, 1 Tag ist Ferientag und wir unternehmen was zusammen. Letztendlich werden wir eine schöne Zeit haben. Vorsorgeuntersuchungen müssen notfalls bis September warten und sollte Cookie bis dahin schwanger sein, mache ich eine Katzenpension auf!

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