Achtung! Dringend Nachahmer gesucht..Über babyfreundliche Cafés und andere Plätze

Mich erreichen in diesem Blog ja immer wieder die verrücktesten Anfragen. Das meiste davon wird aussortiert, weil es mit Müttern und Kindern so gut wie gar nichts zu tun hat; umsomehr habe ich mich gefreut, als mir Melanie Donà aus Südtirol schrieb. Sie hat während der Babypause ein für uns alle sehr erfreuliches Buch geschrieben: einen Führer der babyfreundlichsten Cafés und Einrichtungen….in Südtirol.  Mir ist das Ganze eine Herzensangelegenheit, da ich Südtirol sehr liebe und es als Urlaubsland für Familien einfach perfekt finde. Aber vielleicht hat ja die eine oder andere Mutter Lust diese Idee aufzugreifen und einen ebenso interessanten Führer für ihre Stadt herauszubringen. Tatsache ist: Als ich Mutter 2-er kleiner Babys war habe ich teilweise im strömenden Regen auf Parkbänken gestillt, weil ich mit meinem Doppelbuggy nirgends reinkam (und mich auch nicht hereintraute) und noch heute ist es das grösste Drama wenn eines der Mädchen einfach mal auf die Toilette muss. Hier in Hamburg sind die wenigsten „amused“ wenn eine Mutter mit Kind in ihr Café rennt, die Toilette benutzt und dann wieder geht. Da besteht noch viel Entwicklungsbedarf, bevor Mütter wie ich sich wagen mit ihren Kindern auf Toilette zu gehen ohne danach als „Entschuldigung“ einen Café zu bestellen…

Weil ich von Melanie ein bisschen mehr wissen wollte, habe ich ein kurzes Interview mit ihr geführt…

Melanie mit ihrem Sohn Finn, der inzwischen 1 Jahr alt ist

Melanie mit ihrem Sohn Finn, der inzwischen 1 Jahr alt ist

Melanie, wie bist du auf die Idee gekommen einen solchen Führer zu schreiben?

Melanie: Während der winterlichen Spaziergänge mit meinem kleinen Sohn, der im Dezember geboren ist habe ich mir einen solchen Führer oft selbst gewünscht. Ich denke das Dilemma kennt jede frischgebackene Mami: Soll ich nun raus mit dem Kleinen oder bleibe ich doch lieber zu Hause, wann wird er/sie wieder Hunger haben und wann wird das nächste Windelwechseln anstehen? Kennt man hingegen einige babyfreundliche Insiderspots, wo zuallererst die primären Bedürfnisse gestillt werden können, kann man entspannter aus dem Haus und eventuell die Route entsprechend planen! Ich gehe z.B. lieber zum Bäcker, der ein babyfreundliches Café oder Einrichtung in der Nähe hat! Dasselbe gilt natürlich auch für Touristen und ihre Urlaubsdestination! Von der Babyfreundlichkeit profitiert also auch die Umgebung und der Nachbar!

Was waren und sind deine Kriterien für diesen Guide?

Melanie: Der Guide enthält insgesamt elf Kriterien unterteilt in vier Bereiche:

WICKELN
WICKELTISCH: Das Wickeln ist natürlich ein primäres Bedürfnis eines Babys und bei einem “kleinen Geschäft” lässt es sich vielleicht noch irgendwo wickeln, bei einer grösseren Angelegenheit wirds schon schwieriger…da schätzt man auch ein Waschbecken in der Nähe, Babyhaut braucht ja schliesslich besonders viel Pflege!
NOTFALLWICKELSET: Die Idee des Notfallwickelsets ist wohl die innovativste unter den Kriterien. Notfälle gibt es ja zum Glück nicht oft, jedoch wenn er eintritt, dann werden Baby&Eltern über dieses Set sehr glücklich sein! 😉 Selbst ist es mir in 11 Monaten zwei Mal passiert, dass ich mit Erschrecken festgestellt habe dass ich die Wickeltasche nicht nachgefüllt habe! Oder wenn man bei uns im Lande irgendwo unterwegs ist und man dachte der erhöhte Windelproviant reicht aus, aber dann bleibt man doch noch etwas länger weg…
MÜLLEIMER FÜR WINDELN: Das ist wohl eine hygienische Frage, ich denke es sollte ziemlich selbstverständlich sein dass wenn man einen Wickeltisch hat, auch einen eigenen Mülleimer für die Windeln hat.

2. FÜTTERN
STILLECKE/FLÄSCHCHEN WÄRMEN: Ein Baby mit wenigen Wochen muss ja sofort gestillt werden oder das Fläschchen erhalten. Nach dem Prinzip des “Stillens nach Bedarf” kann das von Baby zu Baby sehr stark varieeren, es kann also nach einer viertel, halben, ganzen oder nach drei Stunden wieder Hunger haben, ich glaube jedes Baby ist da anders. Während man im Sommer vielleicht eher eine ruhige Ecke im Grünen findet, ist es in der Stadt/im Dorf schon schwieriger. Und das Stillen im Freien im Winter ist nicht wirklich eine ideale Option. Daher kann ein babyfreundlicher Spot mit Stillecke es vermeiden, dass eine gestresste Mami mit schreiendem Baby im Wagen durch die Stadt hetzt. Sie kann in Ruhe noch das Eine oder Andere erledigen und gemütlich nach Hause spazieren. Zufriedene Mami – zufriedenes Baby!
NOTFALLESSEN / BREI WÄRMEN / KINDERHOCHSITZ: Etwas ältere Babys, ich merke es bei meinem Sohn, er ist jetzt 11 Monate alt, müssen nicht mehr “jetzt&sofort” gefüttert werden, aber mir ist es schon manchmal passiert, dass ich mir gedacht habe, hätte ich jetzt bloss eine Banane oder einen Brei mit…es kommt ja oft etwas dazwischen, vielleicht trifft man zufälllig auf eine Freundin oder muss noch unbedingt eine Überweisung tätigen…

3. KINDERWAGEN(PARKPLATZ):

Jede Mami weiss wohl in welche “Schatzkiste” sich der Kinderwagen mit der Zeit verwandelt. Ihn griffbereit in der Nähe des Tisches zu haben ist einfach sehr praktisch. Alternativ sieht das Kriterium vor, dass man ihn im Inneren, z.B. neben der Eingangstür abstellen kann. Ein eigenes Kriterium ist das des “Kinderwagenparkplatzes” , d.h. dass man ihn vor dem Café oder der Einrichtung in einem gekennzeichnetem Bereich absperren kann. Ein Parkplatz wie für Autos, schließlich sind die heutigen Kinderwägen fast schon kleine “Ferraris”.

4. SPIELBOX / SPIELECKE

Gar einige Cafés haben sich mit der Spielbox, sprich einem Korb mit Spielsachen für Babys und Kleinkinder von 0-3 Jahren ausgerüstet. Eine eigene Spielecke ist natürlich nochmals spannender.

Was kommt als nächstes, sollte man solche Führer nicht am besten gleich für ganz Italien machen?

Melanie:Ziel der Broschüre selbst ist ein babyfreundliches Südtirol und ich denke es wurden einige Cafés zum Thema sensibilisiert, andere haben sogar von Null aufgerüstet! Neben der ständigen Aktualisierung, diese werden auf Facebook immer angekündigt, und der weiteren Digitalisierung in Form einer App kann ich mir gut eine Ausdehnung auf die Nachbarprovinzen Tirol und Trentino vorstellen! In Italien konnte ich in Turin eine ähnliche Initiative entdecken, wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann einen italienweiten Guide…Am besten wäre eigentlich ein europaweiter Guide, es wäre zumindest wünschenswert!

Also hier noch einmal das Wichtigste:

Melanies Facebookseite:

https://www.facebook.com/babyspot.info

Und wenn ihr in Südtirol seid und dieses Zeichen seht, wisst ihr ihr seid an einem babyfreundlichen Ort (bzw. Mama-freundlich)

babyspot südtirol logo 2015

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