Macht hoch die Tür die Tore macht weit – wie man in Autos den wahren Weihnachtsfrieden findet

Gestern war einer dieser klassischen Tage. Noch 2 Tage bis Weihnachten. Ich bestens präpariert mit Listen. Die Kinder schon morgens zu den Grosseltern gebracht, eigentlich alles perfekt. Punkt 12 Uhr Mittags startete ich meinen Weihnachtseinkauf, die Stimmung gut bis entspannt. Leider scheiterte ich schon an der ersten Station. Der Lachs, den ich abholen wollte war noch nicht fertig. Ganz grosser Fehler: anstatt einen Café trinken zu gehen steuerte ich den nächsten Rewe Center an, um schon einmal was „wegzuschaffen“, bevor es nach dem Lachs weiter in die Metro gehen sollte…Nach einer Stunde, die ich durch Gänge irrte stand ich endlich an der Kasse, wo ich eine weitere halbe Stunde stand und mich die erste grosse Euphorie verliess. Während mein Göttergatte seinen Lieblingskollegen noch einmal zum Mittagessen ausführte stellte ich fest, dass ich noch nicht einmal gefrühstückt hatte. Der Plan war aber: weitermachen! Essen sollte es nach getaner Arbeit geben.

Obwohl ich das Glas normalerweise eher halbleer sehe als halbvoll, beschloss ich den Hunger, die Listen, die vielen Menschen, einfach alles positiv zu sehen. Ich meine, genauso gut hätte ich mit jammernden Kindern diesen Mammut Einkauf machen können. Nein, ich hatte es gut. Während meine so geliebte Popo-heizung lief und mir ein Gefühl von Behaglichkeit vermittelte sang ich laut Weihnachtslieder und dankte meinem Schöpfer, dass ich niemanden nervte, der lieber Coldplay oder Pharell Williams hörte. Top, top, top. In bester Laune hielt ich vor dem spanischen Supermarkt, wo ich noch etwas Schinken holen wollte und mir an der dazugehörigen Tapas Bar einen kleinen Café con leche gönnen konnte. Leider ging auch dieser Plan nicht auf. Der Mann an der Bar übersah mich egal wie oft ich nach ihm rief und gegen 15 Uhr hatte ich die Faxen dicke und beschloss auf Mc Drive umzusteigen. Dummerweise ging auch dieser Plan nicht auf, weil 100 Autos die gleiche Idee wie ich hatten. Ich stürzte mich also stattdessen in die Metro und knabberte das erste Baguette an, was ich bekommen konnte. 4 Stunden war ich inzwischen unterwegs, völliger Wahnsinn. Als ich an der Kasse stand und mir eine Verkäuferin ein Glas Champagner anbot stürzte ich mich darauf wie auf ein Glas Wasser in der Wüste: Die nächsten 40 Minuten an der Kasse liefen geradezu schnell ab. Ich lernte eine Menge nette Leute hinter und vor mir kennen und haderte kurz damit das Fonduefleisch ins Nudelregal zu stellen und abzuhauen. Mein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie siegte. Irgendwann an diesem Tag war ich endlich zu Hause. Die Kinder waren gut erholt nach ihrem Kinobesuch, mein Mann leicht gestresst, weil er noch kurz einen Stop in der Stadt gemacht hatte. Und alle fragten sich, was ist nur mit Mami passiert, warum hat sie so schlechte Laune??? Ich überlegte ganz kurz zurück in mein Auto zu gehen, um zu schlafen und Weihnachtslieder zu hören, aber es ist ja Weihnachten. Das geht nicht. Vielleicht mache ich das nächstes Jahr oder nie oder ich nehme mir ein Hotel oder ich bestelle Pizza. Mal sehen…..

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