Mama, da bewegt sich was – über unwillkommenes Ungeziefer im falschen Moment

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für Läuse? Ich fürchte nein…Jedes Mal, wenn einen diese Plage erwischt, ist es der absolut falsche Moment. Ja und genauso ist es auch mit……aber nein fangen wir die Geschichte anders an.

Seit Monaten weiss ich, dass ich diese Woche nach Berlin fahren wollte. 2 enge, alte und wunderbare Freunde stellten dort ihre handgenähten Taschen im Berliner Modesalon aus und hatten mich dazu eingeladen und als Sahnehäubchen wollte obendrauf noch meine beste Freundin aus München anreisen, mit der ich bei Gelegenheit 365 Tage des Jahres 2015 in 24 Stunden aufarbeiten wollte. Ein klassischer Mütter-Zeitraffer Aufenthalt eben, aber wer schon länger Mutter ist, weiss: Hauptsache man ist im Hotel, hat ein weiches Bett und ist einfach mal ungestört, wird nicht beim Reden unterbrochen und Frühstück wird auch noch serviert..

Soweit der Plan. Montag hatte Victoria bereits Kopf-und Bauchschmerzen und etwas Fieber. Ich nahm sie aus der Schule und beschwor sie sich auszuruhen. Dienstag früh ging es besser, Dienstag Mittag wieder deutlich schlechter. Mittwoch früh sollte mein Zug nach Berlin gehen. Also nahm ich den Hörer in die Hand und fragte den Babysitter, ob er nicht früher kommen könnte..NEIN…Victoria ob es wirklich so schlecht ginge…JA ! ..und rief dann meine SOS-Schwester an, die sich ohnehin vorgenommen hatte einmal ausgiebig mit Tochter 1 das Nähen zu üben und mit Tochter 2 zu malen. Erstaunlicherweise konnte sie schon Morgens und als ich gerade anfing mit dem ausgiebigen Schwitzen aufzuhören (Hotel war bezahlt und nicht mehr cancelbar, Freundin hatte Flug und alles gebucht…was macht man in so einem Fall eigentlich?) rief Victoria von der Toilette:

“ Mama, kommst du mal? Da bewegt sich was…“ Leicht genervt rief ich, ob ihr eventuell schwindlig sei, ich hatte absolut keine Lust mir die Konsistenz ihrer Ausscheidungen anzugucken und danach Essen zu machen, aber nach dem 3.Rufen kam ich ….und sah erstmal NICHTS…Ich blieb und blieb und da war es. Klitzeklein, durchsichtig, fast wie eine Mini Glasnudel: EIN WURM! MEHRERE WÜRMER!

Selten habe ich mich so geekelt wie in diesem Moment, aber es gibt ja ein Segen diese Mütter-Kinderarzt-Ich schaffe das TSCHAKA- Gefühle, die einen alles durchhalten lassen. Also Kinderarzt angerufen, Ratschläge bekommen, die mir nicht gefallen haben (wechseln sie am Besten 2 mal am Tag die Unterhosen,die Pyjamas und die nächsten Tage JEDEN Tag die Bettwäsche und zwar präventiv bei allen, schrubben sie die Fingernägel etc…pp) und dann habe ich Wäsche gewaschen…Bis 1 Uhr morgens. Um 6 Uhr Morgens weckte mich Victoria, weil ihr Popo so kratzte und ich beschloss meinen Plan aufzugeben, chic und ausgeschlafen nach Berlin zu fahren.

Als ich um 10 im Zug sass (zu Hause warteten noch 4 Tonnen Wäsche, die mich anklagend anguckten) schlief ich erstmal komatös ein und wachte erst wieder am Berliner Hauptbahnhof auf. Da mein Mann sich durch Zufall auch in Berlin befand, fuhr ich mit dem Taxi erst einmal durch die halbe Stadt um auch ihm das Entwurmungsmittel zu bringen (wir sollten alle entwurmen, sagte der Kinderarzt, auch wenn es nur V. hatte) und fuhr dann wieder zurück, um gegen 15 Uhr hübsch gestylt auf dem Berliner Modesalon zu stehen.

Irgendwie war das ein bisschen Dr Jekyll und Mr Hyde für Muttis..Aber egal. Ganz ehrlich?? Ich hatte ab dem Moment, wo ich dort stand eine tolle Zeit. Ich habe viel gelacht und die Kinder komplett ausgeblendet. DAS habe ich in 8 Jahren gelernt, dass 24 Stunden nichts ändern. Und als ich gestern zurückkam bin ich auch ganz schnell und ganz brav wieder an die Waschmaschine..und hab die eisglatte Strasse gestreut und den Kater versorgt, der – oh das hatte ich ganz vergessen- auch noch krank geworden war, um bei mir das Gefühl noch weiter zu erhöhen, dass eine Fahrt nach Berlin kompletter Irrsinn wäre…

 

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