Faschingszeit ist Verkleidungszeit, selbst wenn weder die Hamburger noch die Franzosen sehr begeistert sind

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Heute Morgen war so ein Morgen, der einen auf dummer Gedanken bringen konnte. Meine Tochter hatte zum 100. Mal in den vergangenen Wochen schlecht geschlafen und war gegen 3 Uhr morgens in mein Bett gekrochen; draussen prasselte der Schneeregen auf die Wiese und drinnen warteten drei hochmotivierte, aber müde Gestalten auf eine Idee, die uns in Schwung bringen konnte.

Ein Blick auf den Kalender zeigte mir, dass ich entweder die letzten Ferienhausaufgaben mit den Kindern machen könnte (eindeutige Ablehnung von Seiten 2-er Teilnehmer, also überstimmt) oder allmählich mal den Fasching vorbereiten könnte. Erst gestern hatte uns Tante M. aus Düsseldorf ein Foto ihrer Dauer-verkleideten Kinder geschickt und mir wurde wieder einmal klar in was für einer Spass- und Faschingsbefreiten Zone ich seit 20 Jahren wohnte. Selbst in München (wo ich herkomme) gab es  mehr Karneval als hier.

An der Französischen Schule sollte am Montag „carneval“ stattfinden (natürlich nur an einem Tag..“votre enfant a le droit de se deguiser seulement le lundi!!!). Emails wurden bereits ausgetauscht, welche Mutti wieviele Crepes backen könnte und wieder einmal fragte ich mich, warum den Franzosen bei solchen Anlässen eigentlich immer nur Crepes einfielen. Crepes an Nikolaus, Crepes zur Sommerparty, Crepes zum Fasching. Ich persönlich kann diese Dinger nicht mehr sehen, aber gut. Mich fragt ja auch keiner.

Um zu unserem schneeverregneten Frühstück zurückzukommen…uns war klar, dass schnell ein Plan hermusste. Die Verkleidungskiste gab nicht viel her. Schneewitchenkleider, Eisköniginkleider, Feenkleider, dazwischen Gespenster und Vampirklamotten. Eindeutig eine Kiste 2-er Mädchen, die dummerweise inzwischen aus ihrer Prinzessinnenzeit herausgewachsen waren und Halloween gerade erst gefeiert hatten.

Also beschloss ich spontan einen kleinen Ausflug zu machen.In Hamburg gibt es neben den grossen Kaufhäusern, 2 berühmte Läden für Fasching. Beide liegen auf derselben Strasse kurz hintereinander. (Fahnenfleck und Deiters) Noch nie war ich mit den Kindern in so einem Paradies für aufgeklebte Nasen, Perücken und mehr gewesen. Also, die Kinder ins Auto gepackt, hochmotiviert losgefahren; direkt am neuen Wall einen Parkplatz bekommen und beim Blick auf den Ticketautomaten festgestellt, dass ich dummerweise mein Portemonnaie zu Hause gelassen hatte. Also wieder nach Hause, Portemonnaie geholt, wieder in die Stadt und zeitweise ziemlich erstaunt wie wenig Kinder doch murren, wenn sie in Gedanken schon Drachentöter, Minions oder Katzen sind.

Der Besuch bei Deiters war dann definitiv das Highlight unseres Tages. Nicht nur, dass ich drei kreischende, kichernde junge Spanierinnen kennenlernte, die sich als Hasen verkleidet hatten und permanente Selfies von sich schossen (ich habe ihnen auch ein nettes Gruppenbild gemacht und kam mir vor wie ihre Oma); nein auch meine Kinder schmissen ihre Pläne einmal über den Haufen. Valentina – wie immer schnell entschlossen – schnappte sich ein Cheerleader Kostüm ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Victoria schwankte zwischen Engeln, Polizisten und anderem und sah leider in jedem Kostüm wie eine Ertrinkende aus, da alles zu gross war. Letztendlich fand sie bei Fahnenfleck ein dann viel zu kleines Pharaonenkostüm und war trotzdem sehr sehr zufrieden.

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Ich persönlich war ein bisschen beleidigt, dass es keine Faschingspartys mehr für Erwachsene gibt. Mein Favorit: Ein Spiegelei Kostüm, in dem mich sicher niemand erkannt hätte, schade, dass ich zu Hause dafür keine Verwendung habe….

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