Erster Ferientag und meine Familie braucht dringend mehr Akkus…

Heute Morgen kam ich verschlafen ins Wohnzimmer und traf auf meine glückliche Familie, die mich nicht einmal bemerkt hätte, wenn ich laut schreiend und zuckend auf dem Teppich zusammengebrochen wäre. Guten Morgen Valentina am Ipad, Guten Morgen Victoria vor Kika, Guten Morgen lieber Ehemann vorm Laptop. Während ich mir einen Tee machte, fragte ich mich, ob ich ihnen eventuelle eine Email schicken sollte, damit sie mich bemerken oder vielleicht den Stecker ziehen, Tschüss WLAN, hallo Mami?

Bevor sich jetzt ein sogenannter Shitstorm über mich ergiesst, ja ich bin durchaus in der Lage meine Kinder zu normalen Menschen zu erziehen und sie sind auch nicht dauernd an Laptops. Aber ich muss gestehen: es wird mehr und es wird schwieriger. Neulich waren wir bei einem sehr sehr schönen Brunch mit Freunden. Um das Haus herum ein grossartiger Park mit Spielplatz, die Sonne strahlte, innen drinnen Malzeug für Kinder: ein Paradies. Das Paradies hielt 30 Minuten dann kam meine am schlimmsten der Sucht verfallende Tochter an und fragte erstmals nach dem Handy. Fast schon entgeistert sagte sie: “Was kein Handy und was du hast NIIIIICHT das Ipad dabei? Was sollen wir denn jetzt tun?”Ich lächelte sie freundlich an und sagte: “Spielen? oder gerne auch Langweilen.”(innerlich sagte ich mein anti-Technik Mantra auf: Lächeln, Neinsagen, Lächeln, Hartbleiben, Lächeln.)

So richtig verdenken kann ich Valentina die Frage nicht. Manchmal sitzen wir in Restaurants, wo 90 % aller Kinder vor Ipads geparkt werden, damit sie nur ja niemanden “stören”. Dass all diese Kinder theoretisch auch zusammen spielen könnten, sieht keiner mehr. Mit Freundinnen treffe ich regelrechte Absprachen: “Wenn ihr heute kommt, bitte nicht Handy oder Ipad erlauben, andernfalls muss ich es auch erlauben usw. und so fort.

Ich glaube diese ganze Geschichte ist die grösste Herausforderung unserer Generation erziehender Eltern. Wir müssen uns selber zusammenreissen nicht dauernd am Handy rumzufummeln, Vorbild sein, Grenzen stecken und trotzdem nicht verkennen, dass all das heute zum Leben eines Kindes dazugehört  so wie bei uns damals die ersten paar Programme im Fernsehen, die UNSERE Eltern sicher auch sehr “gefährlich”fanden.

Was die Wochenend-Morgen betrifft: Der Akku war bald leer und wir haben schön zusammen gefrühstückt und – machen wir uns nichts vor – diese Stunde morgens erlaubt uns Eltern auszuschlafen und wird unsere Kindern wahrscheinlich nicht völlig kaputtmachen…

 

 

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