…und jetzt beginnen auch noch die Ferien….

Der letzte Augenblick, in dem es mir so richtig gut ging war vor 2 Tagen auf der Liege meines Osteopathen. Kurz zuvor hatte er mich lautstark eingerenkt, die Blockade im Rücken war weg und ich lag glücklich und matt da und erhoffte mir für diesen Tag nur noch Frieden und etwas Schlaf. „Entspannen sie sich, ermahnte er mich. Am besten fahren sie jetzt heim, legen sich hin und trinken viel Wasser.“

Genau.

Ich fuhr also nicht heim, sondern zur Schule und fuhr von dort wieder nicht heim, sondern zum Kinderarzt. 2 Fehler, die nicht wieder gutzumachen waren. Im Nachhinein frage ich mich schon: Warum hast du den Kinderarzt nicht sausen lassen und ihn auf in den Ferien verschoben? Warum denkst du eigentlich nie zuerst an dich selbst, sondern immer nur daran, irgendwelche wichtigen Listen Punkte abzuhaken, auch wenn der ganze Bauch: NEIN!!!!schreit. Egal. Es kam wie es kommen musste. Der Kinderarzt fand bei Valentina Läuse und als wenn das nicht genug wäre, erinnerte er mich, dass beide Kinder seit über einem Jahr überfällig wären mit Impfungen. Ich schaltete meinen lauter schreienden Bauch aus und sagte brav:  „Ja, dann impfen wir heute doch einfach, dann haben wir es hinter uns (haha, wie blöd von mir). Victoria hatte sich bereits in eine Ecke verzogen und weinte leise und voller Angst. Valentina schritt mutig voran und bekam Spritze 1 und dann auch noch Spritze 2. Ihr Mut war wie weggeblasen, sie weinte und ich wusste, dass ganze würde gleich zu einer Vollkatastrophe ausarten. Ich erspare mir alle weiteren Einzelheiten. Nur so viel. Am Ende weinte ich, meine kleine Tochter, die Grosse auch (empatisches Kind) und die Kinderärztin war leicht verzweifelt, weil sie sich ein paar Tritte eingeholt hatte, während drei Erwachsene meine vor Angst durchgedrehte Tochter gleichzeitig festgehalten hatten.

Alles ganz furchtbar. Nie wieder so. N-I-E!!

Auf dem Rückweg machte ich den nächsten Fehler und hielt bei Rewe an, um das für die Impfung versprochenene Riesen Ben und Jerry Eis aus dem Kühlregal zu holen. Eine 4 Kilometer Schlange später war mir klar, alles, aber auch wirklich alles, was ich heute angepackt hatte war wahnsinnig blöd. Zu Hause angekommen stürzten sich die Kinder auf das Eis und ich zog Betten ab, wusch Bademäntel, stopfte Kuscheltiere in Eisfächer, entlauste Köpfe und winkte zwischendurch gespielt fröhlich meinen wieder tiefenentspannten Kindern beim Eisessen zu.

Gegen Mitternacht erinnerte ich mich an die Worte meines Osteopathen und entspannte ein paar Minuten. Statt Wasser gab es ein Glas Wein und der war auch ein Fehler.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit Kopfschmerzen und dem Gefühl noch nicht genug Wäsche gewaschen zu haben. Beiden Kindern ging es schlecht, gut daran zu erkennen, dass sie sich schon morgens um 7 beinahe umbrachten, weil jeder die Fernbedienung halten wollte, während ich in der Schule anrief, um sie krankzumelden und den Kinderarzt, der mir bestätigte, dass dies eine klassische Mengingokokken Impfreaktion wäre (nicht das gegenseitige Umbringen, sondern die Kopf-und Muskelschmerzen). Irgendwie ging das dann so weiter und immer weiter. Genervte Kinder, müde Mutter und so sitzen wir bis heute zu Hause.. Die Wäsche ist inzwischen gewaschen und ich fühle mich an die Zeit erinnert , als beide noch klein waren und das ständig so war. Gerade erst hatten ich bei einem Abendessen Freundinnen erzählt, wie toll es doch sei, dass man aus dieser Phase nun entwachsen sei. Selbst wenn die Kinder krank seien, sei das heute total unkompliziert, erklärte ich. Sie würden sich prima selbst beschäftigen und seien eine grosse Freude.

Leider muss ich jetzt aufhören zu schreiben. Oben kreischt Victoria, sie würde NIE! wieder mit ihrer Schwester spielen, weil sie sie hasse, Valentina kreischt, sie habe ihren Teddy brutal auf den Boden geworfen und sie würde nun aus Rache ihre Hasenfamilie aus dem Fenster werfen.

Es läuft gut hier und jetzt beginnen auch noch die Ferien.

 

 

2 Kommentare

  1. Liebe Caroline,
    du hast mein allertiefstes Mitgefühl! Es gibt so Tage, an denen man denkt, es kann nicht schlimmer kommen – und siehe da, es kommt schlimmer!
    Mein inneres Mantra ist stets: Es ist alles nur eine Phase… wenn man es lange genug wiederholt, hat es einen -sagen wir- gewissen Beruhigungswert! Allerdings auch nur einen gewissen und auch nur so lange bis die nächste Katastrophe anrollt oder einen überrollt!

  2. Ich liebe deine humorvolle Art diese kleinen und grossen Katastrophen des täglichen Lebens
    zu erzählen! Humor ist die einzige Art diese ganzen Dinge zu ertragen und eben auch die
    Erkenntniss, dass die vergangenen Probleme weitaus schwieriger waren als die kommenden…??

    Warte auf weitere Berichte ….. Und wie gehts dem Teddy??

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