Meine Kinder entdecken Wikipedia und Siri hilft fleissig mit

 

Dieses Osterwochenende war ja wettermässig ziemlich durchwachsen und irgendwann möchte man (ich) auch nicht mehr Monopoly oder Trivial Pursuit Junior spielen oder die neueste Playmobil Dorf Aufstellung loben. Also fragte ich meine Kinder scheinheilig, ob sie nicht noch irgendwelche Hausaufgaben auf hätten, die sie eventuell schon vorab erledigen könnten. Im Grunde eine sinnlose Frage. Alles ist wichtiger als Hausaufgaben machen, aber an diesem Tag hatte ich Glück, viel Glück.

Valentina hatte eine Fleissaufgabe auf, ein Referat über eine berühmte Persönlichkeit und liess sich von mir am Computer zeigen, wie man auf Wikipedia alles zu Kleopatra fand. Neben ein paar heiklen Fragen, wie “Mama was heisst Selbstmord auf Französisch und warum und wie hat sie sich denn umgebracht, war dieser Antonius ihr amoureux? Hat ER sie etwa so unglücklich gemacht??”, hatte sie alles ziemlich schnell kapiert. Foto kopieren, einsetzen, ausdrucken, Valentina ist in solchen Dingen auf Zack. Und so nahm sie ihre stets willige, kleine Assistentin, Victoria mit in ihr Zimmer und das Spiel hiess von nun an:  REFERATE PRODUZIEREN.

Ich muss zugeben, ich habe mich danach erst einmal eine ganze Weile nicht mehr um die Mädchen gekümmert, stattdessen genoss ich mit meinem Mann die Ruhe, die Zeitungen, unseren Café, das Leben.

Aber da ich ja dummerweise gerade erst einen Blog über die Gefahren des Internets geschrieben hatte, beschloss ich irgendwann doch mal meine mütterliche Spionage Nase in Valentinas Zimmer zu stecken, um herauszukriegen, ob es immer noch Kleopatra war oder schon wieder irgendein verbotener You Tuber.

Als ich an ihrer Tür stand, hörte ich sie fragen: “Siri, wer ist Attila und wo hat er gelebt?” Die Antwort schien ihr nicht zu gefallen, denn als nächstes fragte sie: “und wo ist Osteuropa?” Dann fragte sie ihre Assistentin Victoria: “bitte recherchiere für mich, was ist ein Mathematiker und was ist die Relativitätstheorie (ehrlichgesagt hat sie irgendwas anderes gesagt, aber sie MEINTE genau das). Ich folgerte also, dass sie inzwischen bei Attila dem Hunnenkönig und Albert Einstein angekommen waren. Interessante Zeitsprünge, die aber zumindest nichts mit You Tube zu tun hatten.

Also verschwand ich schnell wieder aus meinem Hinterhalt und entspannte mich bis zum Abend ohne Kinder mit meinem Mann. Irgendwann sehr viel später kamen 2 sehr zufriedene Kinder zu uns zurück und präsentierten uns ihre Arbeit. Sie hatten Alfred Nobel entdeckt und den Koloss von Rhodos. Ludwig den 14. und Marie Antoinette (da hatte es ihnen vor allem die Guillotine angetan)

Die Chefin erklärte an dem Abend ihrer Assistentin, dass sie von nun an fest angestellt sei. Valentina hat neben ihren Schreibtisch einen weiteren kleinen Tisch hingestellt, wo Victoria die Vorarbeit leisten darf. Meinen Computer habe ich über die Osterfeiertage nicht mehr in die Finger gekriegt, aber für so eine kluge Idee war es mir das wert.

 

1 Kommentar

  1. Ich bin begeistert!
    Das Internet hat eben auch unglaublich interessante Aspekte und ist sehr lehrreich
    Wenn man es richtig anwendet und auch die elterliche Kontrolle nicht fehlt…

    Also hiermit bewerbe ich mich als Assistentin….

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