Wer oder was ist ein NEPALA? Über deutsch-französische Stilblüten und was wir daraus gemacht haben

Also, dass ist kein Nepala, aber vielleicht ähnelt es ja dem Grüffelo

 

Unser französisch deutsches Leben treibt manchmal wirklich unglaubliche Stilblüten.
Ich weiss noch, wir waren nicht lange an der französischen Schule und Valentina noch ganz klein, da fing sie an uns von ihren neuen Freunden zu erzählen.

Während in der Kita die Kinder Lilly, Emma und Greta hiessen, hatten wir nun auf einmal eine Oceanne, Delphine, einen Mathieu oder eine Sheila. Wir waren also auf alles vorbereitet, als Valentina eines Tages aus dem Kindergarten kam und aufgeregt berichtete, ihre neue Freundin hiesse Nepala.

Wie es so ist, wenn Freundinnen je nach Sandkastenlaune täglich wechseln, beschäftigten wir uns nicht sofort mit der kleinen Nepala aber nach ein paar Tagen und Valentinas besorgten Blicken, (Nepala war nicht zum Kindergarten erschienen), fragte ich doch nochmal genau nach.
„Wie heisst sie denn mit Nachnamen?“ fragte ich Valentina. Zugegeben eine bescheuerte Frage an eine 4 jährige.
„Wer sind ihre Eltern?“ Die Frage war auch nicht sinnvoller.
“Was hat sie denn, warum fehlt sie?“ Keine Antwort von Valentina, nur immer wieder NEPALA!
Auf der Klassenliste fand ich keine Nepala, auch keinen Namen, aus dem man nur ansatzweise einen Nepala machen konnte. Auch die Lehrerin kannte niemanden mit diesem Namen.
Dann kam Oma München zu Besuch und auch ihr erzählte Valentina von Nepala.
Und als ob uns die nötige Distanz gefehlt hätte, sagte meine Mutter eines Morgens zu mir: „Sag mal Caroline, kann es sein, dass Valentina denkt das Mädchen heisst Nepala aber in Wahrheit ist sie einfach nur “n’est pas la“ (nicht da…oder nicht anwesend)
Und tatsächlich war es so. Jeden Morgen fragte die Kindergärtnerin die Klassenliste ab und wenn sie zu Minas neuer Freundin kam, sagte sie NEPALA.. Weder mein Mann und ich wären wohl jemals darauf gekommen.

Als Victoria wenige Wochen später heimkam und uns erklärte ihr erbittertster Feind hiesse Gromigäl, fragte ich gleich die Lehrerin. Der arme Junge hiess nicht gros (dick) Migäl, sondern Juan Miguel, offensichtlich unaussprechlich für unsere 3 jährige.
Seitdem klappt es eigentlich ganz gut mit den Namen. Dass bei uns Schul-Hefte nur „signet” werden (unterschrieben) und wir uns am Tisch „installieren” (installer = niederlassen) ist ein anderes Thema, aber an das habe ich mich über die Jahre gewöhnt. Zweisprachig leben, heisst auch 2 Sprachen mischen und wer da nicht schnell ist, kommt nicht mehr mit.

1 Kommentar

  1. Puls of europe…. schon bei Kita Kindern… so hat Europa auf jeden Fall eine
    tolle Zukunft

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