Zwischen Heidi Klum und Biene Maja, wie man den Badeanzugkauf überlebt ohne durchzudrehen

 

so sehe ich schonmal NICHT aus

Neulich war es wieder soweit. Nach einer Pause von 2 Jahren musste ein neuer Badeanzug her. Am besten einer mit viel Spannkraft, der den Bauch wegdrückt, weiter oben alles zurechtrückt und sinnvollerweise gleich noch die Beine verdeckt. Also die eiermilchlegende Wollmilchsau. Online ist dieses Unterfangen inzwischen praktisch unmöglich, also begab ich mich in den Laden meiner Wahl, von dem ich wusste, dass er zwar teuere, aber auch die absolut perfekten Badeanzüge hatte. Eine strahlende Verkäuferin überreichte mir winzige Modelle in 38 und ich versuchte ihr charmant zu erklären, dass 38, ca. 38 Jahre zurücklag. Als Antwort darauf bekam ich eine 42 in die Hand und war erst einmal eingeschnappt. In der Umkleidekabine riss ich mir schnell meine Klamotten runter, versuchte möglichst nicht in den Spiegel zu gucken, zog den Badeanzug wieder über und selbstverständlich auch die hohen Schuhe, die ich zu diesem Zweck an dem Tag extra angezogen hatte (macht das Bein schmaler, länger und lenkt von den Ausbuchtungen weiter oben ab).

Leider hatte mich niemand auf das Licht in diesem Laden vorbereitet. Bis vor einer Woche war ich noch der Meinung gewesen, ich hätte vor allem in der Mitte des Körpers leichte Figurprobleme, nun aber hatte ich ein Ganzkörperproblem. Völlig frustriert zog ich mich wieder an, erklärte der netten Dame dass auch eine 44 daran nichts ändern würde und beschloss diese Saison evtl. mit einem Hosenanzug an den Strand zu gehen.

Draussen vor der Tür stolperte ich auf meinen zu hohen Schuhen in die Sonne und fragte mich, wie es nun weitergehen sollte. Die Idee schwankte zwischen: Parfümerie: Kauf einer Bodylotion, die JEDES Problem löst, Boutiquen: Tunikas gehen bis zum Knie und man kann trotzdem im Urlaub seine Würde bewahren oder ein letzter Badeanzugladen, dem ich noch eine Chance geben würde. Wenig später stand ich wieder ausgezogen in einer zu engen Kabine und traute mich nicht raus, weil dort noch andere Kunden waren, die ich nicht sehen wollte und die mich nicht sehen SOLLTEN. Als endlich alle weg waren schritt ich – immer noch auf meinen hohen Schuhen- hinaus ( das Prinzip wollte ich nun wirklich nicht auch noch aufgeben) und sah eine wirklich durchaus attraktive Biene Maja (oben und unten dünn, in der Mitte etwas rundlicher) im mittleren Alter, die ganz anders aussah als die Frau, die ich vor 30 Minuten in dem anderen Laden gesehen hatte. Die Verkäuferin guckte mich freundlich an und sagte: “ ich weiss, wir haben einen tollen Spiegel. “ und ich seufzte voller Glück: „jaaaaaaa“..

An diesem Tag kaufte ich gleich 2 Badeanzüge (man weiss ja nie, wie die Spiegel beim nächsten Mal so sind) und war froh, dass es noch Läden gibt, die Mitleid haben, mit Müttern, die nicht auf Dauerdiät sind. Wenn ich dann im Urlaub baden gehe, werde ich mich in Erinnerung an diesen einen Spiegel schön finden und da am Strand keine fies beleuchteten Umkleidekabinen stehen, werde ich das nächste frustrierende Ankleideerlebnis um weitere 2 Jahre verschieben.

1 Kommentar

  1. Oh, es ist so herrlich! Haben wir Frauen nicht alle diese Erfahrungen gemacht!!
    Immer wieder, im Frühling, wenn das langsam sich ankündigende wärmere Wetter
    Badegelüste in uns weckt! Und dieses schreckliche kalte Licht in den Kabinen!
    Als würde man durchleuchtet!! Jede Unebenheit, jede kleine blaue Vene zu sehen ….
    Badeanzug Kâufe sind eine echte Herausforderung und Du beschreibst es so umwerfend
    humorvoll!!
    Unglaublich viel gelacht! Danke dir dafür

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