La crise d’adolescence oder besser – wie die Pubertät und jeder einzelne Pickel unsere Kinder beschäftigt

Neulich mit einem befreundeten Pärchen im Theater. „Redet ihr auch so viel über „la crise“ zu Hause, fragt mich die Mutter? Ich gucke sie an und denke nach. Blitzschnell versuche ich herauszufinden, ob es sich um den neuesten Film handeln könnte, den wir verpasst haben oder vielleicht eine neue Erziehungsmethode? Aber ich liege weit daneben.

„La crise“ ist – zumindest unter den Lycee Schülern- der Eintritt oder Vor-Eintritt in die Pubertät. Von den einen heftigst ersehnt (endlich fast erwachsen!) fürchten ihn andere wie die Pest. Die Tochter besagter Freunde hatte unlängst an ihrem Bein einen Pickel entdeckt und rief voller Sorge ihre Eltern, ob das nun „la crise“ sei?

Nein, war sie nicht. Es war nur ein Beinpickel.

La crise das bedeutet für dieses Mädchen, ALLES verändert sich zum Schlechten. Gesehen hat sie es ja schon. Mädchen, die eben noch nett waren und nun rumzicken; zu ihren Eltern unwahrscheinlich unhöflich sind und interessante Gespräche über Monate einstellen, um stattdessen ganze Nachmittage ihr Handy kichernd anzustieren und Fotos von sich, der Wand hinter ihnen und ihrem Kuscheltier zu versenden.

Meine kleine Tochter fürchtet diese „crise“ ebenso. Für sie hat sich dadurch alles verändert, sagt sie dramatisch wie immer. Ihre Schwester ist nämlich leider schon eine ganze Weile darin. Seitdem, so Victoria, spielt V. nicht mehr, findet ihre kleine Schwester oft blöd, hört stundenlang Musik und ändert ihre Laune minütlich. Immerhin, den Respekt vor ihren Eltern hat sie noch nicht verloren (nur ab und zu).

Küsse dürfen Papa und Mama nur noch auf die Wange hauchen, gekuschelt wird heimlich. Und die Pickel sind auch schon da, viel zu früh, wie ich als Mutter finde.

Aber auch Pubertiere (danke Jan Weiler!!) haben ihre Ehre.

Als unlängst eine der engsten Freundinnen von V. ihr die Freundschaft kündigte, weil sie der Meinung war Valentina schminke sich in der Schule, hörte auch bei ihr der Spass auf. Sehr zu meiner Erleichterung wurde das zu einem Riesenthema. „Mädchen, die sich schminken, sind peinlich“, schnaubte Valentina wütend. Unglaublich, dass so etwas jemand von ihr denken konnte. Insgeheim bin ich dem Mädchen, das sich inzwischen für ihre Fehleinschätzung entschuldigt hat, dankbar. Sollte Valentina jemals mit dem Gedanken gespielt haben sich zu schminken, wird sie es nun gewiss nicht mehr tun. Ihre geknoteten, fast bauchfreien T-Shirts hat sie seitdem auch nicht mehr angezogen und die Hot Pants vergammeln im Schrank. Irgendwie hat Gruppendynamik ja doch was Gutes. Während ich mir den Mund fusselig kritisiert habe (ohne Ergebnis) hat der Bruch dieser Freundschaft ALLES verändert.

Wir haben einen kleinen Zeitaufschub mit „la crise“ bekommen. Aber lange wird es nicht mehr dauern, dann rücken auch die anderen nach und wir Mütter können uns dann alle bemitleiden.

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