Tag 2 (plus x) der Corona-Welt

Heute gibt es den Blog einmal in Steno Form. Irgendwie geht mir meine Sprache abhanden. Meist genutztes Kommunikationsmittel in Corona Zeiten: Whats App. Meist angesehene Nachrichten: Spassvideos zu Corona. Es ist unglaublich wieviel in kürzester Zeit weltweit gedreht wird, um über diese Krise zu lachen. Ich lache gerne mit und schicke weiter.

Die Kinder haben von der Schule Wochenpläne bekommen und arbeiten. Ob sie wirklich arbeiten wird sich zeigen, aber meine Befürchtung ist, dass sie nie wieder zur Schule gehen wollen. Beide lieben die Arbeit (im Pyjama) am Computer. Dazu gibt es Musik und das angenehme Gefühl, dass niemand sie plötzlich drannehmen könnte.

Vorhin hat der Paketmann geklingelt. Er verzichtet jetzt auf eine Unterschrift. Als er sah, dass ich um 14 Uhr noch im Pyjama war, ist er schnell weggerannt. Muss man sich nun eigentlich nach dem Öffnen eines Pakets auch wieder die Hände desinfizieren? Wieviel Virus klebt auf all diesen Dingen, die von aussen kommen?

Menschen, die hier klingeln, haben in der Regel Angst vor mir. Seit ein paar Tagen hat mich der Pollenflug erfasst. Ich huste, schniefe und meine Augen tränen. Zu meinem HNO will ich nicht – zu gefährlich. Also probiere ich es mit anderen Mitteln. Bislang erfolglos.

Gestern habe ch im Supermarkt, den ich nur noch selten besuche, einen Freund getroffen. Er hatte eine grosse Kiste Bier im Gepäck und viel Gummibärchen und anderen ungesunden Schnick Schnack. Meine Laune hob sich um sagenhafte 100 Prozent: endlich einer, der das Beste aus der Situation mit seiner Familie macht! Kein Toilettenpapier, keine TK Kost (die Regale waren ohnehin leer gestern), kein Hamstervorrat (naja auf ne andere Art).

Neue Schwierigkeit: die Kinder wollen nicht mehr ins Bett. Gestern Abend standen beide vor mir und sagten, sie seien top fit. Und das, obwohl ich ein Corona Sport Programm eingeführt hatte und beide Badminton, Tischtennis und mehr im Garten gespielt hatten. Daran kann man mal sehen, wie platt die Schule normalerweise macht. Tennis, Reiten, Basketball, alles ist heruntergefahren und ich werde eventuell Challenges einführen müssen, so etwas wie 1000 Treppenstufen in 5 Minuten.

Überhaupt läuft es mit Belohnungen ungleich besser. Für erledigte Schulaufgaben gibt es Handyzeit oder einen Schokoladenkeks, irgendwie muss ich sie ja ködern. Mit Salatblättern oder Apfelschnittchen komme ich lieber abends unauffällig vorm Fernseher…

Pädagogisch wertvoll ist gerade abgemeldet. Ich versuche die Moral oben zu halten. Wir tanzen zu Radio Hamburg Songs und machen Facetime mit Schulfreundinnen. Heute habe ich 2 Stunden Ablage gemacht und hatte danach das Gefühl irrsinnig was geleistet zu haben.

Was, wenn das alles noch 6 Wochen so weitergeht? Wird dann das Haus erstmals ordentlich sein oder ich meinen Kindern endlich die Nähmaschine erklärt haben (die ich nicht verstehen will). Ab wann fällt einem nichts mehr ein?

Meine Freundinnen berichten mir, wie sie sich zu Hause umeinander herumschlängen. Ist ja auch ungewohnt, wenn Mann und Kinder und man selber zu Hause ist und Telefonkonferenzen genauso stattfinden wie Hausaufgaben und Hausarbeiten. Darf man saugen, wenn der Vorstand dran ist? Und wieviel streitende Kinder verträgt dein Chef?

Mein Mann hat heute als Pendler erfolgreich den Absprung aus Paris geschafft. Alle Pariser sind noch rechtzeitig aus der Stadt geflohen. Als er gestern ankam war Frankreichs Hauptstadt quasi leer. Schlimmer kann es sich nicht anfühlen. Also gibt es jetzt auch bei uns Homeoffice. Hauptsache er hat es überhaupt noch nach Hause geschafft, was ja in diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Eigentlich lebt nur unser Kater ein normales Leben weiter. Er schläft, frisst und hat dank seiner Katzenklappe noch keinerlei Ausgangssperre. Er hält uns alle bei Laune und macht eine super Zeit durch. Immer jemand da zum Kraulen, besser gehts ja wohl kaum.

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