Wie darf man sich das vorstellen, ein Star unter Quarantäne??

..Diese Frage, die ich mit Absicht für meine Überschrift gewählt habe, hat mich jüngst einfach umgehauen. Bei all den Problemen, die die Welt derzeit zu bewältigen hat, fragt eine junge Online Reporterin, der ich ihre Intelligenz gar nicht absprechen will einen anderen Reporter DAS. Es ging um den ewigen Oliver Pocher, von dem man immer schon genug hat bevor er redet, weil es im Prinzip KEIN Thema gibt, was er nicht bedient. Selbst wenn seine Frau kein Corona bekommen hätte, bin ich sicher, dass er sich in Quarantäne begeben hätte, um daraus ein neues Format zu entwickeln. Und es dauerte keine 4 Tage da sah ich ihn schon zusammen mit Gottschalk und Jauch auf RTL in der Quarantäne WG. Wer guckt sich so etwas bitte an? Sind das die, die die Frage der Reporterin gerne beantwortet hätten? Ein Star unter Quarantäne, das ist selbstverständlich ganz anders als bei uns. Er wacht anders auf, hustet anders und selbst sein Fieber scheint irgendwie schillernder zu sein. Gut, dass wir darüber informiert werden, wie man sich das vorzustellen hat. Was lobe ich da meinen fast täglichen kanadischen Premier, Trudeau der vor seinem verschneiten Haus (in dem seine Frau krank ist) seine Reden an die Nation hält, in einer Ruhe und Freundlichkeit und vor allem Gelassenheit, dass man diese Videos vielleicht mal der jungen Reporterin vorspielen sollte.

Egal, was immer die Stars auch machen, unser Leben ist aus den Fugen. Gerade eben meldet einer dieser vielen vielen Eildienste, dass Japan die Olympischen Spiele verschiebt. Ich spüre so etwas wie einen historischen Moment. Die EM war schon hart, aber Olympische Spiele verschieben? Das hat es glaube ich noch nie gegeben. Corona schafft es alles zu verändern.

Jeden Tag gibt irgendein Virologe, Psychologe, Wirtschaftsweiser oder sonstiger neue Prognosen heraus und je nach Stimmungslage sind sie alarmierend oder beruhigend. Gestern habe ich eine Weile über der Perspektive gebrütet, dass in Zukunft häusliche Gewalt zunehmen soll. Der Mensch ist nicht gemacht für zu viel Zeit in den vier Wänden und meine Familie und ich können uns glücklich schätzen, dass wir Platz in Haus UND Garten haben. Selbst wenn wir uns mal auf die Nerven gehen, ist genug Platz da, um sich auszuweichen. Über dieses Thema häusliche Gewalt werden wir – je länger die Quarantäne noch dauert- noch viel hören, fürchte ich. Leider. Ebenso wahrscheinlich wie über Menschen, die im Supermarkt aggressiv werden.

Eine Freundin war neulich einkaufen und sagte mir, sie hätte ein Problem damit Toilettenpapier zu kaufen. Zu viele Witze wurden bereits darüber gemacht, zu viel darüber geredet wie viel einem davon zusteht. Als sie vor dem Regal stand schämte sie sich fast, eine Rolle mit den üblichen 8 Stück zu nehmen. Neben ihr packte ein Mann und sein Sohn – fast schon schamlos – 2 Rollen ein und wurde erwischt. Der Supermarktleiter wies beide scharf darauf hin, dass dies nicht erlaubt sei. Als meine Freundin wenig später zur Kasse ging sah sie, dass sich Vater und Sohn von da an aufgeteilt hatten. Jeder hatte nun jeweils einen Einkaufswagen mit einer Rolle Toilettenpapier darin. Für die einen gelten Regeln und für die anderen nicht.

Zwei Tipps möchte ich noch gerne weitergeben: Erstens sendet der NDR seit Montag immer um 16 Uhr Nachmittags live aus den Wohnzimmern bekannter Kinderbuchautoren Lesungen. Das ist wirklich eine schöne Idee für Kinder, die nicht immer oder zu oft am Handy sein sollten.

https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/mikado/Live-Stream-Autoren-lesen-fuer-Kinder,livegelesen100.html

Und zweitens sah ich heute im Hamburger Abendblatt folgenden Hinweis, den ich auch mehr als wichtig finde. Die Stiftung Kinderjahre hat in Zusammenarbeit mit dem Diplom Psychologen Michael Thiel einen Podcast zur Coronakrise aufgelegt. Er befasst sich auf „liebevoll und dennoch witzige Weise damit, wie Kinder mit dem Thema klarkommen können, „sagte Hannelore Ly, die Vorsitzende des Vorstands.

https://manfred.podigee.io/1-folge-1-corona

Es gibt jeden Tag so viele tolle, neue Ideen. Es ist fast so als ob die Krise die Menschen zu mehr Kreativität anfeuern würde. In unserer Strasse wird gesungen und musiziert, junge Menschen helfen älteren Leuten. Geschäfte, die schliessen mussten, bieten nun Lieferungen an, Konzerte werden online übertragen und überall herrscht das Prinzip, wenn nicht so dann vielleicht anders. Das Leben hat sich zwar verengt, aber auf eine Weise vergrössert es sich auch gerade. Das ist beeindruckend.

Zum Schluss noch dieses Zitat, das ich heute gefunden habe – und wie ich finde – gut in unsere Zeit passt:

„Tout le malheur des hommes vient d’une seule chose, qui est de ne savoir pas demeurer en repos, dans une chambre.!

“ Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“

Blaise Pascal ( 1623-1662), französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph.

In diesem Sinne, noch einen schönen Tag und bleibt gesund.

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